Online-Handel im Corona-Fieber

Online-Handel und Corona

Das Corona-Virus erobert nicht nur die Schlagzeilen und hält Bevölkerung und Regierungen in Atem, es hat nun auch den Online-Handel erreicht und für die ersten Abmahnungen und Verkäuferkontensperrungen auf dem Online-Marktplatz Amazon gesorgt.

1. Wettbewerbsrechtliche Abmahnungen


Derzeit mahnt der deutsche Konsumentenbund aus Kassel, unter Hinweis auf die ausufernde Berichterstattung über das Corona-Virus und dessen aktuelle Verbreitung auch in Deutschland, die Preisgestaltung von Online-Händlern auf der Verkaufsplattform Amazon ab.

Unter Verweis auf eine medial erzeugte Angst in der Bevölkerung wird die Preisgestaltung für Desinfektionsmittel als aggressive Geschäftspraktik gemäß § 4a Abs. 2 UWG dargestellt.

Gefordert werden die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung und die Erstattung der Kosten der Abmahnung.

2. Sperrung des Amazon-Verkäuferkontos


In diesem Zusammenhang sperrte die Plattformbetreiberin des Amazon Market Place zum Teil die vollständigen Verkäuferkonten erster Händler, die ihre marktrelevanten Produkte, wie Atemschutzmasken, über den Amazon Market Place unter vorgeblichen Verstößen gegen die „Fair Pricing Policy“ der Plattformbetreiberin anboten. Dabei wurde auch das vorhandene Guthaben „eingefroren“.

Da die vollständige Sperrung des Verkäuferkontos (obwohl mitunter nur ein Angebot/ ein Produkt betroffen ist) mit erheblichen finanziellen Einbußen bis hin zur Existenzbedrohung verbunden sein kann, sollten Preisgestaltungen insbesondere auf Plattformen wie Amazon aktuell und regelmäßig geprüft werden.

3. Reaktionsmöglichkeiten und Ausblick


Sollte Ihnen eine vergleichbare Abmahnung zugegangen sein oder Sie von einer Kontosperrung betroffen sein, sollten Sie stets Ruhe bewahren, anwaltlichen Rat einholen und nichts vorschnell unterschreiben oder veranlassen!

Aufgrund der neuartigen medizinischen Lage und der sich stets verändernden Gesamtsituation, muss auch vermehrt mit neuartigen rechtlichen Implikationen sowie Trittbrettfahrern gerechnet werden, sodass sich in jedem Fall empfiehlt, umgehend anwaltlichen Rat einzuholen.

Das Team der ITB Rechtsanwaltsgesellschaft mbH steht Ihnen dabei gern zur Verfügung.Jetzt kontaktieren

Erstellt: 13. März 2020