Fluch oder Segen: Die Amazon Suchmaske

Händler, die auf der Verkaufsplattform Amazon ihre Produkte anbieten müssen immer wieder erfahren, dass ihre Online-Präsenz alles andere als rechtssicher ist. Uns liegen derzeit Abmahnungen von verschiedenen Markeninhabern vor, die den Verkauf von Produkten auf der Plattform Amazon unter Verwendung von markenrechtlich geschützten Bezeichnungen betreffen.

Dem liegt folgender Sachverhalt zu Grunde: Auf der Plattform Amazon werden neben den Originalprodukten der Markeninhaber auch ähnliche Produkte von Konkurrenten angeboten. Auf der Startseite von Amazon befindet sich ein Suchfeld über das von den Kunden gezielt nach Produkten gesucht werden kann. Das Suchergebnis wird allerdings von Amazon bestimmt und kann vom einzelnen Händler nicht verändert werden. Für den Kunden stellt dies eine bequeme und optimale Möglichkeit dar, das gewünschte Produkt zu finden. Jedoch bedeutet diese Funktion für den Händler ein erhebliches Risiko abgemahnt zu werden.

Denn bei Eingabe des markenrechtlich geschützten Begriffs werden nicht nur Angebote des Markeninhabers, sondern auch andere Angebote Dritter angezeigt. Der einzelne Händler kann das Suchergebnis der Amazon-Suchmaske nicht ändern oder beeinflussen. Er muss sich daher an Amazon wenden und darauf bestehen, dass eine entsprechende Änderung vorgenommen wird. Für die meisten Händler steht die Alternativlösung, die streitgegenständlichen Angebote von der Online-Plattform Amazon zu entfernen, nicht zur Debatte. Er ist in dieser Situation dringend erforderlich sich an einen spezialisierten Anwalt zu wenden sowie mit Amazon in Kontakt zu treten. In erster Linie steht Amazon in der Pflicht eine Änderung vorzunehmen. In rechtlicher Hinsicht besteht Uneinigkeit, denn fraglich ist ob eine markenmäßige Verwendung vorliegt, obwohl der Händler die Bezeichnung selbst nicht für seinen Artikel zur Nutzung hinterlegt hat.